Die fremde Reformation
Auteur : Volker Leppin
Date de publication : 2016-03-08
Ăditeur : C.H.Beck
Nombre de pages : 247
Résumé du livre
Die Reformation gilt als ZĂ€sur, mit der das Mittelalter endet. Volker Leppin zeigt demgegenĂŒber, dass der junge Luther einer von vielen mystischen Schriftstellern war, und fĂŒhrt uns eine Reformation vor Augen, die viel mittelalterlicher und fremder ist, als es die MeistererzĂ€hlungen von diesem âUmbruchâ wahrhaben wollen. Der Thesenanschlag zu Wittenberg, die Urszene der Reformationsgeschichte, hat nicht stattgefunden. Vielmehr hat Luther an diesem Tag ein âDisputationszettelchenâ verschickt, so wie es akademischer Brauch war. Diese und viele andere ĂŒberraschende Erkenntnisse lassen sich gewinnen, wenn man Luther konsequent in seinem spĂ€tmittelalterlichen Umfeld betrachtet. Rechtfertigungslehre und âPriestertum aller GlĂ€ubigenâ, Predigtgottesdienst, Papstkritik und landesherrliches Kirchenregiment â all dies war selbstverstĂ€ndlicher Teil des spĂ€tmittelalterlichen Spektrums an Positionen und Protesten. Neu war allerdings die Art, wie Luther diese Elemente miteinander verband und von unterschiedlichen Interessengruppen zum Vordenker erhoben wurde. Erst diese Gemengelage fĂŒhrte zur Zuspitzung des Konflikts mit Rom. Vergessen und verdrĂ€ngt wurden dabei Luthers mystische Wurzeln. Volker Leppin ruft sie anschaulich in Erinnerung und gibt Luther den spĂ€tmittelalterlichen Kontext zurĂŒck, der ihm von Protestanten wie Katholiken seit Jahrhunderten vorenthalten wird.